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Multizenterstudie für Querschnittzentren

Laufende Studie

"Erfassung des Ernährungszustandes bei Menschen mit Querschnittlähmung- Anwendung validierter Screening –Instrumente"

Die Studienleitung ist Frau Dr. Ines Kurze, Chefärztin, Querschnittgelähmten- Zentrum/ Klinik für Paraplegiologie und Neuro-Urologie, Zentralklinik Bad Berka. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit WissWerk (PubliCare GmbH) durchgeführt.

Thematik:

Verschiedene Studien zeigen, dass Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen bei der Krankenhausaufnahme sowie während des Aufenthaltes mangelernährt sind [1,2]. Patienten mit einer Querschnittlähmung sind aufgrund ihres Krankheitsverlaufs und den damit veränderten Körperzusammensetzungen ebenso davon betroffen [3,4,5].

Es lässt sich ein rapider Gewichtsverlust bei diesen Patienten bereits innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen nach Querschnittereignis feststellen.

Das frühzeitige Erkennen einer Malnutrition kann den Heilungsprozess beschleunigen, das Risiko möglicher Komplikationen senken und dadurch wiederum Ressourcen seitens der Klinik einsparen.

Erfassung des Ernährungszustandes mittels validierter Instrumente an zwei Messzeitpunkten:

Für die Erfassung eines möglichen Mangelernährungsrisikos werden validierte Screening-Methoden verwendet.

Bei dem Nutritional Risk Screening (NRS)[6] handelt es sich um ein Screening, welches  von der ESPEN (Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel) sowie DGEM (Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin) zur frühzeitigen Erfassung einer möglichen Mangelernährung empfohlen wird.

Ein weiteres Instrument ist der Spinal Nutrition Screening Tool (SNST)[7]. Es wurde speziell zur Erfassung eines Mangelernährungsrisikos bei Patienten mit Schädigung des Rückenmarks entwickelt.

Aufgrund der beschriebenen veränderten Körperzusammensetzung wird der Ernährungsstatus zudem mittels Bioelektrische Impedanz-Analyse (BIA) erfasst. Es können exakte Aussagen über die Körperzusammensetzung sowie Rückschlüsse über den Ernährungszustand getroffen werden.

Ziele:

Mit dieser Studie soll eine aktuelle Datenlage hinsichtlich des Ernährungszustandes bei Menschen mit einer Querschnittlähmung geschaffen werden. Weitere Ziele sind es, Fallzahlen im Bereich der BIA Messung innerhalb dieser Patientengruppe zu erhalten.

Des Weiteren gilt es zu analysieren, wie sich ernährungstherapeutische Interventionen auf den Verlauf auswirken und ob es Zusammenhänge zwischen der Ernährungssituation und der Komplikationsrate gibt.

 

Wenn Sie Interesse an der Teilnahme haben und weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an Svenja Tiegges (svenja.tiegges@wisswerk.de / 0172 7091253)

 

[1] Pirlich M. et al.: The German hospital malnutrition study. Clin Nutr 2006; 25 (4): 563-572

[2] Löser C.: Malnutrition in Hospital: The Clinical and Economic Implications. Dtsch Arztebl Int 2010; 107 (51)

[3] Azevedo E et al.: Body composition assessment by bioelectrical impedance analysis and body mass index in individuals with chronic spinal cord injury. J Electr Bioimp, 2016; 7: 2–5

[4] Spungen AM et al.: Measurement of body fat in individuals with tetraplegia: a comparison of eight clinical methods. Paraplegia, 1995; 33: 402-408

[5] Dionyssiotis Y: Malnutrition in Spinal Cord Injury: More Than Nutritional Deficiency. J Clin Med Res 2012; 4 (4): 227-236

[6] Kondrup J. et al.: ESPEN guidelines for nutrition screening 2002. Clin Nutr 2003; 22(4): 415-421

[7] Wong S et al. Validation of the spinal nutrition screening tool (SNST) in patients with spinal cord injuries (SCI): result from a multicentre study; Eur J Clin Nutr 2012; 66: 382–387